Stichschutzwesten für Rettungskräfte

Am Beispiel der Stadt Nürnberg schildert der Artikel Gewalt gegen Rettungskräfte – “Mensch, wir sind doch die Guten” der Süddeutschen Zeitung, dass sich viele Rettungssanitäter dort entschlossen haben, eine Stichschutzweste zu tragen:

45 Sanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes in Nürnberg haben sich inzwischen eine Stichschutzweste zugelegt. Sie mussten diese selbst bezahlen, denn eine Schutzweste für Rettungskräfte – das zählt bislang nicht zu jener Schutzkleidung, die von Krankenkassen für notwendig erachtet wird. 

Andere setzen mehr auf Deeskalation. Was die Hilfskräfte besonders irritiert, ist, dass die Angreifer häufig ganz normale Leute zu sein scheinen:

Sie werden bespuckt, getreten, geboxt – dabei wollen sie doch nur helfen: Immer öfter sind Rettungskräfte im Einsatz heftigen Attacken ausgesetzt. Selbst Fachleute können sich die Zunahme von Gewalt nicht erklären – zumal besonders häufig Menschen aus dem bürgerlichen Milieu ausrasten.

70-mal in sieben Monaten wurde ein Rotkreuzhelfer bespuckt, einer getreten, einer geboxt. Keiner kann sich die Zunahme der Gewalt gerade gegen diejenigen, die helfen, erklären. Ein zitierter Notarzt versucht eine Erklärung:

“Der Respekt vor den Hierarchien ist weg.” Früher habe sich automatisch eine Gasse gebildet, wenn er als Notarzt zum Unfallort kam. Heute müsse er dafür regelrecht um Erlaubnis bitten.

Im Krav Maga Center Frankfurt/Rhein-Main trainieren Rettungssanitäter oder buchen Seminare. Und bezahlen diese aus der eigenen Tasche. Anfragen gibt es häufig – ebenso von Sozialarbeitern und Psychologen, die mit Obdachlosen oder Drogenabhängigen arbeiten, auf der Straße, Krankenhäusern oder geschlossenen Einrichtungen. Der Anteil derer, die auf beruflichen Gründen eine einfache, praktikable Selbstverteidigung erlernen wollen und müssen, nimmt zu.

 

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